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Propanal
Propanal oder Propionaldehyd gehört zu den niederen, flüchtigen Aldehyden und ist eine leichtbewegliche, farblose Flüssigkeit.
Darstellung
Propanal kann durch Hydroformylierung von Ethylen, durch Dehydrierung von 1-Propanol oder durch Isomerisierung von Propylenoxid synthetisiert werden.
Verwendung
Propanal ist ein Ausgangsstoff zur Herstellung von Kunststoffen, Weichmachern, Duftstoffen und Arzneimitteln. Als Duftstoff bietet Propanal die Duftcharakteristik: scharf, erstickend, stechend, fruchtig.
Sicherheitshinweise
Propanal wirkt bei längerer Einatmung narkotisch, als Folge können Leber- und Nierenschädigungen auftreten.
- Explosionsgrenze: 2,3 bis 21 Vol.%
- Zündtemperatur: 207 °C
- EG-/EINECS-Nr.: 204-623-0
- Arctander: 2652
- Fenaroli: 492
- FEMA-Nr.: 2923
- Wassergefährdungsklasse (Selbsteinstufung): 1 (schwach wassergefährdende Stoffe)
- Verordnung brennbare Flüssigkeiten (VbF): A I
Wiki/Weblinks
- Aldehyde
- [http://en.wikipedia.org/wiki/Aldehyde Aldehyde in der englischen Wikipedia]
Kategorie:Chemische Verbindung
Kategorie:Aldehyd
ja:プロピオンアルデヒド
AldehydeAldehyde oder Alkanale sind chemische Verbindungen, die als funktionelle Gruppe eine Aldehydgruppe (-CH=O) enthalten.
Der Name Aldehyd ist ein Kurzwort aus den jeweils ersten Wortteilen der neulateinischen Bezeichnung alcohol(us) dehydrogenatus, was svw. "dehydrierter Alkohol" oder "Alkohol, dem Wasserstoff entzogen wurde" bedeutet.
Im Unterschied zu den Ketonen, bei denen der Carbonylkohlenstoff (>C=O) mit zwei C-Atomen verbunden ist, ist bei Aldehyden dieser nur mit einem C-Atom und einem Wasserstoff-Atom verknüpft. Das einfachste Aldehyd ist Methanal (Formaldehyd).
Aldehyde sind reaktive Verbindungen.
- Die Polarisierung des C-Atoms am Carbonylsauerstoff ist Ansatzpunkt für den nucleophilen Angriff.
- Aldehyde liegen in der Keto- und Enolform vor. Siehe: Keto-Enol-Tautomerie
- Bei Aldehyden tritt CH-Acidität auf, d.h. die positive Partialladung des Carbonylkohlenstoffatoms wirkt sich auf das benachbarte C-Atom aus. Trägt dieses ein Wasserstoff-Atom wird es leichter als Proton abgegeben.
Nomenklatur
Aldehyde erhalten nach der IUPAC-Nomenklatur das Suffix -al oder -carbaldehyd. Dementsprechend heißt das vom Methan abgeleitete Aldehyd Methanal, das vom Ethan abgeleitete Ethanal.
Beispiele
Analog wird vorgegangen bei Aldehyden mit Alken-Resten (also mit C-C-Doppelbindungen) oder Alkin-Resten (also C-C-Dreifachbindungen).
Weiters existieren natürlich auch Mehrfachaldehyde, wie beispielsweise das Glyoxal - der einfachste Dialdehyd.
Reaktionen
Nukleophile Addition
Nach Angriff des Nukleophils geht das π-Elektronenpaar gänzlich zum nun negativ geladenen Sauerstoff. Im protischen Lösungsmittel wird dies durch Protonenaufnahme ausgeglichen, wodurch eine OH-Gruppe anstelle der Carbonylgruppe entsteht.
Addition von Alkoholen
Alkohol + Aldehyd => Halbacetal
Halbacetal + Alkohol => Acetal + Wasser
Beispiel: Ringschluss der Zucker
Addition von Stickstoff-Nukleophilen
Prim. Amin + Aldehyd => Imin (schiffsche Base) + Wasser
Oxidation zur Carbonsäure (wichtig für Nachweise)
Aldolreaktion
Das CH-acide H-Atom kann durch Basen vom Aldehyd abgespalten werden. Das entstandene Enolat-Anion reagiert mit einem weiteren Aldehyd-Molekül weiter.
Es entsteht ein Aldol, ein Kondensationsprodukt aus Alkohol (OH-Gruppe) und Aldehyd.
Auf diese Weise können C-C-Bindungen geknüpft werden.
Gemischte Aldolreaktion
Reagiert ein aromatisches Aldehyd, (siehe: Benzaldehyd), das kein CH-acides H-Atom besitzt, mit einem weiteren CH-aciden Aldehyd, entsteht ein "gemischtes" Aldol.
Auf diese Weise wird in der Knoevenagel-Kondensation Zimtaldehyd, ein wichtiger Duftstoff, gewonnen.
Nachweise
Tollensprobe
Fehlingprobe
schiffsche Probe
Spektroskopie von Aldehyden
In IR-Spektren von Aldehyden und Ketonen findet man den charakteristischen Peak der C=O-Valenzschwingung im Bereich von 1690-1750 cm-1.
Eigenschaften
Zwischen den Aldehyd-Molekülen kommt es zu Dipol-Dipol-Kräften, weil die C-O Bindung sehr polar ist. Es kommt nicht zu Wasserstoffbrückenbindungen, weil kein H an das O gebunden ist. Deswegen liegen die Siedepunkte zwischen denen der Alkohole und denen der Alkane. Mit Wasser können Aldehyde Wasserstoffbrückenbindungen eingehen, weil das O zwei freie Elektronenpaare hat. Deswegen sind kurzkettige Aldehyde gut wasserlöslich.
Verwendung
Mengemäßig ist der Formaldehyd (Methanal) der weitaus bedeutendste Aldehyd. Er wird als Desinfektionsmittel (Formalinlösung) und zur Herstellung organischer Präparate verwendet.
Aldehyde und Ketone werden außerdem zur Herstellung von Kunststoffen, Lösungsmitteln, Farbstoffen, Parfums und Medikamenten verwendet.
Physiologische Bedeutung
Im Stoffwechsel der Zellen finden sich eine Reihe von Aldehyden.
Eine besondere Rolle spielt das Ethanal (Trivialname Acetaldehyd), das im Verlauf des Alkoholabbaus entsteht und für den so genannten Alkohol-Kater verantwortlich ist.
Kategorie:Stoffgruppe
Kategorie:Funktionelle Gruppe
ja:アルデヒド
ko:알데하이드
HydroformylierungDie Hydroformylierung, auch als Oxosynthese bezeichnet, ist die chemische Reaktion von Alkenen (Olefinen) mit Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid unter Bildung von Alkanalen (Aldehyden). Sie wurde 1938 von Otto Roelen entdeckt und diente in den ersten Jahren zur großtechnischen Synthese von Waschmittelalkoholen.
Die allgemeine Reaktionsgleichung lautet:
R-CH=CH2 + CO + H2 → R-C(CHO)-CH3 + R-CH2-CH2-CHO
Die Umsetzung findet unter erhöhtem Druck und Temperatur statt, wobei ein homogenerKatalysator benötigt wird. Wurden anfangs noch Cobaltcarbonyle katalytisch eingesetzt, so wird mittlerweile ein Komplex basierend auf Rhodium und Triphenylphosphan verwendet. Wie aus der Gleichung ersichtlich, entsteht meist ein Isomerengemisch von linearen und verzweigten Alkanalen. Je nach Wahl des Katalysators kann der verzweigte oder der lineare Aldehyd bevorzugt gebildet werden.
Zur besseren Rückgewinnung des wertvollen Rhodiums wurde das Ruhrchemie/Rhône-Poulenc-Verfahren in den 1980er Jahren entwickelt. Hierbei wird Rhodium mit TPPTS komplexiert, das durch die Substitution mit Sulfonatgruppen hydrophilere Eigeschaften besitzt als das übliche Triphenylphosphan. Die Reaktion findet nun in Wasser statt und im Laufe der Reaktion bildet sich eine organische Produktphase aus, die leicht durch Phasenabscheidung abgeführt werden kann.
Die Hydroformylierung ist ein wichtiger großtechnischer Prozess der chemischen Industrie. Die entstehenden Alkanale werden dabei meist zu Alkanolen (Alkoholen) weiterverarbeitet.
Kategorie:Technische Chemie
DehydrierungDer Begriff Dehydrierung (v. griech. ὕδωρ, ὕδατος hydor, hydatos Wasser) beschreibt allgemein den Vorgang des Entzugs von Wasserstoff. Von der Dehydrierung muss die Dehydratation unterschieden werden, die ebenfalls chemisch und medizinisch einen Verlust von Wasser beschreibt.
Benutzt wird der Begriff in der Chemie für die Abspaltung von Wasserstoff, biochemisch häufig durch Dehydrogenasen. Bei diesem Prozess wird Energie freigesetzt.
Medizinisch bezeichnet der Begriff einen Prozess, bei der dem Körper Wasser entzogen wird, therapeutisch vor allem bei der Behandlung von Ödemen. Ein nicht-therapeutische Dehydrierung (Exsikkose) ergibt sich z.B. durch den Konsum von Alkohol.
In der Lebensmittelproduktion wird durch die Technik der Dehydrierung beispielsweise Milchpulver hergestellt.
Kategorie:Verfahrenstechnik
KunststoffAls Kunststoffe bezeichnet man Stoffe, deren Grundbestandteil synthetisch oder halbsynthetisch erzeugte Polymere sind.
Durch die Auswahl des Ausgangsmaterials, das Herstellungsverfahren und die Beimischung von Additiven lassen sich technische Eigenschaften von Kunststoffen wie Formbarkeit, Härte, Elastizität, Bruchfestigkeit, Temperatur- und chemische Beständigkeit in weiten Grenzen variieren. Solche mit Zuschlagsstoffen versehene Formmassen werden dann nach DIN EN ISO 1043 (Thermoplaste) und nach DIN 7708 (Duroplaste) gekennzeichnet. Kunststoffe werden zu Formteilen, Halbzeugen, Fasern oder Folien weiterverarbeitet.
Halbsynthetische Kunststoffe entstehen durch die Verarbeitung natürlicher Polymere (zum Beispiel Zellulose zu Zelluloid). Synthetische Kunststoffe werden durch Polymerisation (Polyaddition, Polykondensation usw.) aus einem Monomer erzeugt. Rohstoff ist meist gecracktes Naphta.
Umgangssprachlich und abwertend wird Kunststoff oft als Plastik oder Plaste bezeichnet, selbst wenn das Material eigentlich elastisch ist. Daher wird in der Wissenschaft der Begriff Kunststoffe bevorzugt.
Charakterisierung nach Eigenschaften
- Thermoplaste
:Kunststoffe, die aus langen, linearen Molekülen bestehen. Durch Energiezufuhr werden diese Materialien formbar bis plastisch und können mit verschiedenen Verfahren verarbeitet werden. Nachdem das jeweilige Werkstück wieder abgekühlt ist, behält es seine Form. Dieser Prozess ist reversibel (wiederholbar).
:Die meisten der heute verwendeten Kunststoffe fallen unter diese Gruppe. Für einfache Konsumwaren, Verpackungen etc. werden häufig Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), Polyethylenterephthalat (PET) und Polystyrol (PS) eingesetzt. Technische Teile werden meist aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer (ABS), Polyacetal (POM), Polyamid (PA), Polybutylentherephthalat (PBT), Polyethersulfon (PES), Polycarbonat (PC), Polyphenylensulfid (PPS), Polytetrafluorethylen (PTFE), Polyetheretherketon (PEEK) oder Polyimid (PI) gefertigt. In der Bauindustrie, insbesondere für Dachbahnen, Fensterprofile und Rohre wird vielfach der Werkstoff Polyvinylchlorid (PVC) verwendet, der aber in der Regel mit Zusatzstoffen in den Eigenschaften (hart oder weich) modifiziert wird.
:Um neue bisher noch nicht vorhandene Eigenschaften zu erzeugen, können auch zwei oder mehrere Thermoplaste vermischt werden. Dieser neue Kunststoff ist dann ein Polyblend.
- Duroplaste
:Kunststoffe, die bei der Verarbeitung räumlich eng vernetzen. Diese Vernetzung erfolgt chemisch zwischen den Molekülen der Ausgangsmaterialien. Dieser Vorgang ist nicht umkehrbar. Sobald ein derartiges Material vernetzt ist, kann es nur noch mechanisch bearbeitet werden. Duroplaste sind meistens hart und spröde.
:Bei Hitzeeinwirkung werden Duroplaste nicht weich. Deshalb werden sie häufig für Elektroinstallationen verwendet. Einer der verbreitetsten und ältesten Kunststoffe dieser Klasse ist Bakelit. In diese Gruppe fallen auch praktisch alle Kunstharze wie beispielsweise Epoxide.
- Elastomere
:Zu den Elastomeren gehören alle Arten von vernetztem Kautschuk. Die Vernetzung erfolgt beispielsweise durch Vulkanisation mit Schwefel, mittels Peroxiden, Metalloxiden oder Bestrahlung.
:Die Elastomere sind weitmaschig vernetzt und daher flexibel. Elastomere werden beim Erwärmen nicht weich und sind in den meisten Lösemitteln nicht löslich. Daher werden sie für Hygieneartikel oder Chemikalienhandschuhe verwendet. Die Gummimischung von Autoreifen ist ebenfalls ein Elastomer, diese erhält ihre Eigenschaften durch Vulkanisation.
:Beispiele für Elastomere sind Naturkautschuk (NR), Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Chloropren-Kautschuk (CR), Butadien-Kautschuk (BR) und Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM).
Verarbeitung
- Extrudieren
- Spritzgießen
- Kalandrieren
- Schäumen
Wichtige Massenkunststoffe
Etwa 90% der weltweiten Produktion entfallen in der Reihenfolge ihres Anteils auf die folgenden sechs Kunststoffe:
Sonstige Kunststoffe
Entwicklungsgeschichte der Kunststoffe
Vorläufer von Kunststoffen gab es in allen Kulturen. In Arabien wurden Wasserbecken und Kanäle mit natürlichem Asphalt abgedichtet. Ebenso wurden dort bestimmte Baumharze als Gummi Arabicum eingesetzt und nach Europa exportiert. Aus Osteuropa ist Bernstein als fossiles Harz für die Verwendung bei Pfeilspitzen und Schmuckgegenständen bekannt. Im Mittelalter wurde Tierhorn durch bestimmte Verfahrensschritte in einen plastisch verformbaren Stoff verwandelt.
Naturforscher brachten aus Malaysia und Brasilien im 17. und 18. Jahrhundert elastische Massen, gewonnen aus milchigen Baumsäften, mit. Hierfür wurde der Begriff Gummi in Deutschland eingeführt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich eine rasch wachsende Gummi-Industrie. Der Erfinder Charles Goodyear stellte fest, dass sich Gummi durch Zusatz von Schwefel und durch Vulkanisation in einen guten Reifenwerkstoff verwandeln lässt. Ebenso entdeckte er Hartgummi, eine bei Wärme verformbare aber bei Raumtemperatur harte Masse, welche anfangs Ebonit genannt wurde. Daraus wurden zum Beispiel Schmuckstücke, Füllfederhalter, Teile von Musikinstrumenten und Telefonen gemacht. Dieser erste Duroplast startete die Entwicklung der Kunststoffe als Werkstoff im Umfeld des Menschen.
Später wurde in England Cellulosenitrat zur Imprägnierung von Textilien und in den USA Schellack entwickelt. Im Jahre 1869 erfand John Wesley Hyatt das Celluloid und 3 Jahre später die erste Spritzgußmaschine. Der Werkstoff Casein (Galalith) wurde 1897 erfunden, und ähnelt stark Horn oder Elfenbein. Hierraus wurden in verschiedenen Farben zum Beispiel Knöpfe, Anstecknadeln, Gehäuse für Radios, Zigarettendosen, Spielzeug, Griffe für Regenschirme u. ä. hergestellt. Der Kunststoffverbrauch lag im Jahre 1930 schon bei ca. 10.000 t. Das von Otto Röhm 1928 angemeldetete Patent zu Polymethylmetacrylat (PMMA) startete eine Ära, die bis heute anhält. Weiterhin kommen in dieser Zeit die Phenolharze zur Geltung, wobei der Erfinder Leo Hendrik Baekeland mit dem Werkstoff Bakelite sehr erfolgreich ist. Durch die guten elektrischen Eigenschaften wird er u. a. rasch in der aufstrebenden Elektroindustrie eingesetzt.
Der Münchner Chemiker Dr. Ernst Richard Escales gibt 1910 der Werkstoffgruppe den Namen „Kunststoffe“. Die von ihm gegründete gleichnamige Zeitschrift erscheint erstmals 1911. Fritz Klatte entdeckt 1912 die Hintergründe des Polymerisationsvorganges von PVC welches bereits 1838 erstmals erzeugt wurde. 1926 veröffentlichte Hermann Staudinger wichtige Theorien über den Aufbau von Kunststoff. Hierfür erhielt er 1952 den Nobelpreis. 1930 wird in Ludwigshafen die „PS“-Produktion begonnen. 1931 wird bei ICI in Großbritannien erstmals Polyethylen hergestellt. In Ludwigshafen wird 1934 die Herstellung von Epoxidharzen von Paul Schlack begonnen. In Jahre 1935 wird gleichzeitig von Henkel (Mainkur) und Ciba (Schweiz) die Entwicklung von Melamin-Formaldehydharz und von DuPont die Entwicklung von Polyamid 6 (Nylon) beschrieben. Das von Paul Schlack 1937 hergestellte Polyamid 6 auf Basis von Caprolactam wird dann Perlon getauft. Etwa zeitgleich wird in den Buna-Werken der IG Farben die Fertigung von Buna S und Buna N als synthetischer Gummi-Ersatz begonnen. Otto Bayer entwickelte in diesem Jahr Polyurethan in Ludwigshafen. Bei DuPont wird 1938 der Kunststoff Polytetrafluorethylen (Teflon) entwickelt. 1939 folgen bei ICI Low-Density Polyethylen (PE-LD). Der Werkstoff Polyethylenterephthalat (PET) wurde von J. R. Whinfielt und J. T. Dickson bei Calico Printers im Jahre 1941 erfunden. 1942 entdeckte Harry Coover (USA) bei Eastman Kodak den „Sekundenkleber“ Methylcyanoacrylat.
Methylcyanoacrylat
Im Zeitraum von 1910 bis 1950 wurde Kunststoff von einem Ersatzstoff mit besonderer Bedeutung zu einem Werkstoff für die industrielle Massenfertigung. Die Weltproduktion überschritt 1949 die Grenze von 1 Mio. t. Die Thermoplaste setzten sich von 1950 bis 1980 durch. In diesen Jahren wurden Werkstoffe wie PS, PE-HD, PP, PC, FEP, PVF, PES, PSU, PPE, PPO und einige andere entwickelt. Im Jahre 1976 lag die Weltproduktion bereits bei 50 Mio. t. Im Jahre 1971 folgten LCP und PPS sowie im Jahre 1972 PBT. Im Jahre 2003 erreichte die Weltproduktion ca. 200 Mio. t. Hierbei ging der Anteil der Duroplaste stetig zurück, und lag im Jahre 2000 nur noch bei ca. 15 %. Der Pro Kopf-Verbrauch an Kunststoffen im Jahr 2000 bei 92 kg in West-Europa, 13 kg in Ost-Europa, 130 kg in NAFTA, 19 kg in Lateinamerika, 86 kg in Japan, 13 kg in Südost-Asien und im mittleren Osten/Afrika bei 8 kg. Die Kunststoffindustrie ist bis heute weiterhin eine Wachstumsbranche, wobei die Herstellkapazitäten in Asien etwa im Jahre 2006-2008 die führenden und etwa gleichstarken Regionen Europa und Nord-/Südamerika überholen werden.
Literatur
- Oberbach et al. (Hrsg.): Saechtling Kunststoff-Taschenbuch. 29. Auflage. Carl Hanser Verlag, München 2004, ISBN 3-446-22670-2
- Otto Schwarz:Kunststoffkunde ISBN 3802319176
- Gottfried W. Ehrenstein: Polymer-Werkstoffe. 2. Auflage. Carl Hanser Verlag, München 1999, ISBN 3-446-21161-6
- Brigitta Huckestein, Thomas Plesnivy: Möglichkeiten und Grenzen des Kunststoffrecyclings. Chemie in unserer Zeit 34(5), S. 276 - 286 (2000), ISSN 0009-2851
Weblinks
- [http://www.peterlutz.ch/lernen/werkstoff/kunststoffe/mkun1a.html Geschichte der Kunststoffe] (von Peter Lutz)
- [http://www.kunoscoolekunststoffkiste.de Experimentierkoffer: Kunststoffe spielerisch kennenlernen]
- [http://www.greenplastics.com/ Green Plastics: Biopolymere] (engl.)
- [http://www.deutsches-kunststoff-museum.de Deutsches Kunststoff Museum, Kunststoff-Museums-Verein e. V. Düsseldorf]
Kunststoffdatenbanken:
- [http://www.campusplastics.com/ CAMPUS Werkstoffdaten]
- [http://www.format.mwn.de/ FORMAT Werkstoffdatenbanken und Werkstoff-Informationsvermittlung]
Institute und Verbände:
- [http://dki-online.de/ Deutsches Kunststoff-Institut]
- [http://www.gkv.de/ Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV)]
- [http://www.plasticseurope.org PlasticsEurope - Der Verband der Kunststofferzeuger in Europa (eng.)]
- [http://www.skz.de/ Süddeutsches Kunststoff Zentrum (SKZ)]
- [http://www.ikv-aachen.de Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV)]
Fachinformationen und Branchenmedien für die Kunststoffindustrie:
- [http://www.kiweb.de/ Kunststoff Information, Branchendienst mit Marktinformationen (Rohstoffpreisen) und Unternehmensnachrichten]
- [http://www.kunststoff-magazin.de/ Kunststoff Magazin, Fachmagazin für die Kunststoff-Industrie (Kennziffern-Zeitschrift)]
- [http://www.k-zeitung.de/ Kunststoff-Zeitung, Fachzeitung der Kunststoff- und Kautschukbranche]
- [http://www.kunststoffe.de/ Kunststoffe, Ältestes Fachmagazin für die Kunststoff-Industrie und Organ mehrerer Verbände]
- [http://www.KunststoffWeb.de/ KunststoffWeb, Portal mit Fachinformationen für die Kunststoffbranche]
Siehe auch
- Polymerisation
- Polykondensation
- Polyaddition
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ja:????
simple:Plastic
WeichmacherWeichmacher, oder besser gesagt Weichmachungsmittel, sind Stoffe, die spröden Harzen und Plasten zugesetzt werden, um diese geschmeidiger und elastischer zu machen.
Weichmachungsmittel können zum Beispiel schwerflüchtige Ester, fette Öle, Weichharze oder auch Kampfer sein.
Weichmachungsmittel waren lange Zeit unter anderem in Kinderspielzeug aus PVC zu finden. Ende 1999 hatte die EU für Kleinkind-Spielzeug, das bestimmungsgemäß in den Mund genommen wird, ein auf 3 Monate begrenztes Verbot von bestimmten Weichmachern erlassen. Diese temporäre Maßnahme ist bis heute immer um je 3 Monate verlängert worden. Der Einsatz der Phthalate wurde verboten, da es keine zuverlässige Messmethode gab, die Migration der Phthalate und damit die mögliche Belastung der Kinder zu messen. Inzwischen liegt eine vom Europäischen Chemikalienbüro ECB validierte Methode vor.
Beispiele für Weichmacher, die Kunststoffen zugesetzt werden:
- Diethylhexylphthalat (DEHP) - wird als Weichmacher für PVC verwendet. Aufgrund verschiedener negativer Einschätzungen (unter anderem einer EU-Arbeitsgruppe im Jahr 2000 als fruchtschädigend und fruchtbarkeitsschädigend eingestuft) verzichtet die europäische Kunststoffindustrie weitgehend auf Phthalate in Spielzeugen für Kleinkinder. DEHP wurde auch in Olivenöl nachgewiesen.
- Mesamoll - ein Alkylsulfonsäureester des Phenols (ASE), Weichmacher für PVC, dient als Ersatzstoff für DEHP.
- DOP - Monomerweichmacher DOP
Neben diesen als äussere Weichmachung bezeichneten Methoden, existiert auch die sog. innere Weichmachung. In diesem Fall wird der Weichmacher im Rahmen einer Copolymerisation eingeführt. Im Gegensatz zur äusseren Weichmachung, wo der Weichmacher nur über Dipol-Wechselwirkungen mit dem Makromolekülen verknüpft ist, wird er bei innerer Weichmachung Teil des Makromoleküles (in dem Fall ein Copolymeres). Dadurch bleibt der Kunststoff dauerhaft weich und es kommt nicht zu einem Ausdiffundieren des Weichmachers. Beispielsweise wird Vinylchlorid mit bis zu 20% Vinylacetat polymerisiert. Andere Zusätze für die Copolymerisation von Vinylchlorid sind Maleinsäure, Ethen, Vinylether oder Acrylester.
Weblinks
- http://enius.de/schadstoffe/weichmacher.html Schadstoffinformation über Weichmacher
ja:可塑剤
Kategorie:Chemikaliengruppe
DuftstoffEin Duftstoff ist ein den Geruchssinn anregender, chemischer Stoff, der bei Tieren der Kommunikation dient. Bei Pflanzen dienen Duftstoffe sowohl der Anlockung von Insekten zur Verbreitung von Pollen, Samen oder Sporen als auch zur Abschreckung (vergl.: Stinkdrüse).
Tierische Duftstoffe
Viele Tiere besitzen Duftdrüsen, die (zumindest für bestimmte Tiere) angenehm riechen; bekannt ist zum Beispiel das Moschus.
Die Tiere benutzen ihren Duftstoff beispielsweise um ihr Revier zu markieren (Duftmarken) oder Artgenossen Botschaften mitzuteilen. (Verständiung der Artgenossen)
So markieren Ameisen ihre Straßen mit Ameisensäure.
Für die Anlockung der Sexualpartner verspritzen beispielsweise empfängnisbereite weibliche Tiere Urin, um den männlichen Artgenossen zu signalisieren, dass sie gedeckt werden können. Auch locken einige Schmetterlingsarten ihre Partner über viele Kilometer hinweg mit Duftstoffen an.
Duftstoffe können zudem zur Erregung des Geschlechtspartners dienen. Duftdrüsen sind bei Säugermännchen besonders während der Brunst stark entwickelt. (Vorhautdrüse des Bibers oder dem Moschusbeutel des Moschustiers).
Zur Abschreckung gegenüber Feinde nutzen beispielsweise Stinktiere Stinkdrüsensektret.
Pflanzliche Duftstoffe
Pflanzen besitzen Duftstoffe, um Insekten anzulocken oder Fressfeinde abzuschrecken. Süße Düfte werden meist als Lockmittel verwendet, übelriechende zur Abwehr.
Duftstoffe beim Menschen
Der Mensch nutzt, ähnlich dem Tier, eigene Duftstoffe Pheromone zur Sexuellen Lockung und Werbung, auch sind verschiedene Duftstoffe in der Reinigungs- und Waschmittelindustrie zentrale Bestandteile der Produkte.
Siehe auch: Pheromone, Parfum, Riechstoff
Weblinks
- [http://www.quarks.de/duefte/ Die Welt der Düfte]
Kategorie:Chemikaliengruppe
Kategorie:Verhaltensbiologie
Kategorie:Chemische Industrie
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Leber
Die Leber (griech. Hepar, lat. Jecur) ist das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels und die größte Drüse des Körpers. Die wichtigsten Aufgaben sind die Produktion lebenswichtiger Eiweißstoffe (z. B. Gerinnungsfaktoren), Verwertung von Nahrungsbestandteilen (z. B. Speicherung von Glukose), die Galleproduktion und damit einhergehend der Abbau und Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und Giftstoffen.
Nährstoffe, die aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden, gelangen über die Pfortader (V. portae) zur Leber und werden dann von dieser je nach Bedarf ans Blut abgegeben oder aus dem Blut entfernt.
Pfortader
Grobaufbau der Leber
Die menschliche Leber wiegt ca. 1500 bis 2000 g. Sie ist ein weiches, gleichmäßig strukturiertes Organ, das sich größtenteils im rechten Oberbauch befindet.
Pfortader
Die Leber lässt sich in zwei große Leberlappen unterteilen. Der rechte Leberlappen (Lobus dexter) liegt unter dem Zwerchfell und ist mit diesem teilweise verwachsen. Er ist größer als der linke Leberlappen (Lobus sinister), welcher bis in den linken Oberbauch reicht.
Außerdem gibt es zwei weitere, kleinere Leberlappen: der quadratische Lappen (Lobus quadratus) und der geschwänzte Lappen (Lobus caudatus). An der Unterseite der Leber liegt die sog. Leberpforte (Porta hepatis), über die die Pfortader und Leberarterie in die Leber eintreten und die Lebergallengänge sie verlassen.
Die Leberarterie transportiert das sauerstoffreiche Blut vom Herzen zur Leber, die Pfortader bringt Nahrungsbestandteile von Magen und Darm in Form nährstoffreichen Blutes.
Segmente der Leber
Die Leber wird nach C. Couinaud in 9 Segmente unterteilt. Die Grenze zwischen linkem und rechten Leberlappen liegt senkrecht im Bereich der Gallenblase und nicht wie meist angenommen am Ligamentum falciforme. Durch die Aufzweigung der Pfortader wird die Leber horizontal in eine obere (kranialen) und eine untere (kaudalen) Segmentgruppe eingeteilt.
- Linker Leberlappen
- Segment I Lobus caudatus
- Segment II kranialer Teil des Segmentum laterale
- Segment III kaudaler Teil des Segmentum laterale
- Segment IV Lobus quadratus
- Segment IVa kranialer Teil
- Segment IVb kaudaler Teil
- Rechter Leberlappen
- Segment V kaudaler Teil des Segmentum anterius
- Segment VI kaudaler Teil des Segmentum posterius
- Segment VII kranialer Teil des Segmentum posterius
- Segment VIII kranialer Teil des Segmentum anterius
Feinbau der Leber
Die Leberlappen sind nochmals in winzige Leberläppchen (max. 1 - 2 mm) unterteilt. Dies sind im Anschnitt sechseckige Gebilde, die vorwiegend aus Leberzellen (Hepatozyten) bestehen. Die Hepatozyten haben meist mehrere Zellkerne und sind in Strängen angeordnet („Leberzellbalken“). An den Eckpunkten benachbarter Leberläppchen liegen die Periportalfelder. In diesen Periportalfeldern verläuft jeweils ein Ast der Leberarterie, der Pfortader und ein Gallengang. Dies bezeichnet man als Glisson-Trias (Glissonsches Dreieck).
Zwischen den Leberzellen liegen die erweiterten Kapillaren der Leber (Lebersinusoide) angeordnet. Diese Sinusoide sind von einem Endothel ausgekleidet und enthalten spezielle Makrophagen, die Kupffer`schen Sternzellen. Die Sinusoide transportieren das Blut der Pfortader zusammen mit dem Blut aus der Leberarterie durch die Leberläppchen in Richtung Läppchenzentrum, wo es von einer Zentralvene aufgenommen wird. Die Zentralvenen vereinigen sich zu größeren Venen ("Venae sublobulares") und schließlich zur Lebervene (Vena hepatica). Den Spaltraum zwischen Lebersinusoiden und Leberzellen nennt man Dissé-Raum, in dem die eigentliche Entgiftung stattfindet. Im Dissé-Raum befindet sich Blutplasma, weiterhin die sog. Ito-Zellen, die viel Vitamin A enthalten und der Fettspeicherung dienen.
Die Gallenkapillaren sind innerhalb der Leberläppchen nur Vertiefungen der Leberzellen, erst nach dem Austritt aus den Läppchen bekommen sie eine eigene Wand und werden zu den Gallengängen mit einem einschichtig-prismatischen Epithel. Aus den kleinen Gallengängen eines Periportalfeldes fließt die Galle über größere Gallengänge aus der Leber.
Leistungen der Leber
Die Leber ist eng in die Steuerung des Glukose-, Fett- und Eiweißstoffwechsels eingebunden. Glukose wird vom Darmblut aufgenommen und kontrolliert an den restlichen Körper weitergegeben. Ein Überschuss wird als Glykogen gespeichert. Bei Hunger wird der Speicherstoff zu Glukose abgebaut. Die Leber beeinflusst gesteuert durch Hormone (z. B. Insulin und Glucagon) den Blutzuckerspiegel und kann ihn, von der Nahrungsmittelzufuhr unabhängig, konstant halten. Insulin aktiviert in der Leber die „Verbrennung“ des Zuckers und hemmt den Abbau von Fett.
- Syntheseleistungen:
- Gluconeogenese (Neubildung von Traubenzucker) aus z. B. Glycerin, Lactat/Pyruvat und manchen Aminosäuren
- Ketonkörpersynthese
- Synthese von Cholesterol und den hieraus abgeleiteten Gallensäuren
- Synthese von Bluteiweißen wie
- Albumin
- Gerinnungsfaktoren
- Akute-Phase-Proteine
- Speicherung von
- Glucose in Form von Glykogen
- Fett in Form von Lipoproteinen
- einigen Vitaminen
- Blut
- Bildung der Galle
- Abbau und Entgiftung von:
- geschädigten und alten Erythrozyten durch Kupffersche Sternzellen (Leberspezifische Makrophagen)
- Hämoglobin zu Bilirubin
- Ammoniak zu Harnstoff
- Hormonen
- Medikamenten
- Blutbildung beim Fetus bis zum 7. Schwangerschaftsmonat (hepato-lienale Periode)
- die Regulierung des Vitamin- und Spurenelementstoffwechsels
Leberenzyme
Die Blutuntersuchung gibt bei Lebererkrankungen oft wertvolle Hinweise auf Art und Ausmaß der Erkrankung. Enzyme werden wie überall im Körper auch in der Leber benötigt, um die Stoffwechselleistungen der Leber aufrecht erhalten zu können. Bei Schädigung der Leberzellen treten diese Enzyme im Blutserum erhöht auf. Je nach dem, welche Enzyme erhöht sind, kann man oft auf die Art der Erkrankung schließen. Die Höhe des Enzymanstiegs im Serum entspricht dabei dem Ausmaß der Schädigung der Leberzellen.
Zellschäden können unter anderem durch Virusinfektionen, Alkohol, Vergiftungen oder Tumoren verursacht sein.
Alle Enzyme in den Leberzellen kommen auch in anderen Körperzellen vor, wie zum Beispiel im Herzen und in der Skelettmuskulatur.
Viele Enzyme finden sich sogar in allen Zellen des Körpers. Dennoch sind manche Enzyme nur bei Leberzellschäden im Serum erhöht.
Oft gemessene Leberenzyme sind
- GOT = AST = ASAT = Glutamat-Oxalacetat-Transaminase / Aspartat-Aminotransferase
- GPT = ALT = ALAT = Glutamat-Pyruvat-Transaminase / Alanin-Aminotransferase
- Gamma-GT = Gamma-Glutamyl-Transferase
- AP = alkalische Phosphatase
Die Gamma-GT ist hier der empfindlichste Parameter für Schäden der Leberzellen und des Gallengangsystems.
(Hinweis: Die Bezeichnungen „Aminotransferase“ und „Transaminase“ sind synonym zu gebrauchen.)
Beschwerden
- Gelbsucht (Ikterus)
- Leberhautzeichen
- Blutung aus Ösophagusvarizen
- Bauchwasserbildung (Aszites)
- Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit (hepatische Enzephalopathie)
Krankheiten
- Fettleber
- Toxische Hepatitis
- Akute Virushepatitis A,B,C,D,E
- Hepatitis bei anderen Viruserkrankungen
- Chronische Hepatitis
- Leberzirrhose
- Akutes Leberversagen
- Hepatische Enzephalopathie (Hirnleistungsstörungen bis zum Coma hepaticum)
- Immunologische Lebererkrankungen (Autoimmunhepatitis)
- Lebermetastasen
- Hepatozelluläres Carcinom
- Leberabszesse
- Caroli-Syndrom
Siehe auch: Flexible Transgastrische Peritoneoskopie
Übertragene Bedeutungen und Redensarten
Da man früher die Leber als den Sitz der Gefühle und Temperamente sowie als Urheber des Blutes und von Trieben ansah, ist sie zum Gegenstand mehrerer Redensarten geworden:
- „eine Laus über die Leber gelaufen“
- „frei von der Leber reden“
- „die beleidigte Leberwurst spielen“. Letztere Redensart bedeutet ohne triftigen Grund beleidigt oder gekränkt sein. Das Anhängen der „Wurst“ wird als scherzhafte Weiterbildung des Wortes „Leber“ angesehen.
Literatur
- Wolfgang F. Caspary (Hrsg.) u.a.: Therapie von Leber- und Gallekrankheiten, Springer, Berlin 2000, ISBN 3-540-67390-3
- Helmut Denk u.a.: Pathologie der Leber und Gallenwege, Springer, Berlin 2000, (Spezielle pathologische Anatomie; Bd. 10), ISBN 3-540-65511-5
- Erwin Kuntz, Hans-Dieter Kuntz: Praktische Hepatologie. Historie, Morphologie, Biochemie, Diagnostik, Klinik, Therapie, Barth, Heidelberg 1998, ISBN 3-335-00568-6
- Ellen Schmidt (Hrsg.) u.a.: Lebererkrankungen. Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie, Wissenschaftliche VG, Stuttgart 2000, ISBN 3-8047-1640-7
Weblinks
- [http://hepatitis-c.de/leber2.htm Aufbau und Funktion der Leber]
- [http://www.lebertransplantation.de/leber.htm Grundlagen der Leberfunktion]
- [http://www.medicoconsult.de/Hepabook/Hepatolo.php HepaBook] Umfangreiches hypermediales Nachschlagewerk für die Hepatologie
- [http://www.leberinfo.de/ leberinfo.de]
- [http://www.cx.unibe.ch/ikp/lab2/Pp/INDEX.html Hepatologie für Medizinstudenten]
- [http://cpmcnet.columbia.edu/dept/gi/disliv.html Diseases of the Liver (engl.)]
- [http://www.med-serv.de/atlas-sonoatlas-29-2-29.html SonoAtlas] Ein Ultraschallatlas der Leber
- [http://www.think-fitness.de/html/leber.html Leber Beschreibungen]
Sonographie-Atlas der Leber
- [http://www.sonographiebilder.de/html/start.php?sub=10&main=2 Internistischer Sonographiebilder]
Kategorie:Verdauungsapparat
Kategorie:Redewendung
ja:肝臓
ko:간
simple:Liver
NiereDie Niere (lat. ren, renis; griech. nephros) ist ein paarig angeordnetes, bohnenförmiges Organ, das durch die Bildung des Harns Gifte und Endprodukte des Stoffwechsels ausscheidet.
Makroskopische Anatomie
Stoffwechsel
Stoffwechsel
Lage
Beim Menschen liegen die Nieren retroperitoneal unterhalb des Zwerchfells, haben eine Länge von 10 bis 12 cm, eine Breite von 5 bis 6 cm und eine Dicke von 3 bis 5 cm. Das Gewicht variiert zwischen 120 und 200 g. Jede Niere wird von einer aus der Aorta entspringenden Arteria renalis mit Blut versorgt.
Diese prinzipielle Lage ist auch bei den anderen Säugetieren typisch, hier liegen die Nieren (entsprechend der horizontalen Körperorientierung) hinter (kaudal) dem Zwerchfell. Bei den meisten Säugetieren liegt die rechte Niere etwas weiter vorn. Bei Wiederkäuern ist die linke Niere durch die Ausbildung des Pansens nach rechts, hinter die rechte Niere verlagert (physiologische Wanderniere).
Nierentypen
Bei den einzelnen Säugetieren ist die Niere unterschiedlich aufgebaut. In der einfachsten Form besteht die Niere aus einzelnen, kegelförmigen Nierenlappen (Lobi renales). Diese mehrlappige Niere ist typisch für Meeressäugetiere und Bären. Jeder Nierenlappen besteht aus einer Rindenkappe und einer Markpyramide, die in einer Nierenpapille (Papilla renalis, das spitze Ende des Kegels) endet.
Bei den meisten Säugetieren verschmelzen diese Nierenlappen (beim Menschen 6) in unterschiedlichem Ausmaß. Die verschmelzenden Rindenkappen bilden die Nierenrinde (Cortex renis), die Pyramiden das Nierenmark (Medulla renis).
Bei Rindern verschmelzen nur die Mittelteile der einzelnen Nierenlappen, wodurch an der Oberfläche Furchen entstehen und die Nierenpapillen ebenfalls erhalten bleiben. Diese Bauform nennt man mehrwarzig-gefurchte Niere. Diese Form tritt zwischenzeitlich auch in der fetalen Entwicklung der Niere bei den Säugetieren auf, die durch weitere Verschmelzungsvorgänge gekennzeichnet sind. Auch das menschliche Neugeborene besitzt noch eine mehrwarzig-gefurchte Niere.
Bei Primaten (einschl. Mensch) und Schweinen verschmelzen die Rindenanteile nach der Geburt vollständig, so dass die Organoberfläche glatt erscheint. Die einzelnen Papillen bleiben jedoch erhalten. Man spricht von einer mehrwarzig-glatten Niere.
Bei den meisten Säugetieren verschmelzen nun auch die einzelnen Nierenpapillen zu einer Nierenleiste (Crista renalis), so dass man von einer einwarzig-glatten Niere spricht.
Aufbau
Da die Niere ein sehr wichtiges Organ ist, ist sie auch besonders gut geschützt. Beide Nieren sind jeweils von einer derben bindegewebigen Organkapsel (Capsula fibrosa) umhüllt und liegen zusätzlich auch noch in einer Fettgewebsmasse (Capsula adiposa) eingebettet.
Die Niere zeigt bei den meisten Säugern eine, zur Medianebene gerichtete Einziehung den Hilus renalis. Durch diese Einziehung ziehen die Gefäße und der Harnleiter. Sie führt in einen Hohlraum der Niere, den Sinus renalis. Der Sinus renalis beherbergt das Nierenbecken und Fettgewebe.
Feinbau
Nierenbecken
Die Niere besteht aus zahlreichen Einheiten, den Nephronen, in denen der Harn gebildet wird. Jede der menschlichen Nieren enthält 1 bis 1,2 Mio. Nephrone. Das Nephron selbst besteht aus einem Nierenkörperchen (Corpusculum renis) und einem Tubulusapparat (Tubuli).
Im Nierenkörperchen befindet sich das Glomerulum, ein Gefäßknäuel, durch dessen gefensterte Kapillarwände der Primärharn abfiltriert wird. Der Primärharn tritt aus dem Nierenkörperchen in den proximalen Tubulus und in die Henlesche Schleife über, wo er nach dem Gegenstromprinzip aufkonzentriert wird. Es folgen der distale Tubulus und ein Sammelrohr (Tubulus renalis colligens).
Neben der Ausscheidungsfunktion spielt die Niere auch eine Rolle in der Regulation des Blutdrucks und der Blutbildung. Im juxtaglomerulären Apparat wird abhängig von der Durchblutung das blutdrucksteigernde Enzym Renin gebildet (Goldblatt-Effekt). Auch die Sauerstoffkonzentration wird in der Niere registriert und über die Ausschüttung des Erythropoetins gesteuert, das die Produktion der roten Blutkörperchen stimuliert.
Messung der Nierenleistung
Die Funktion der Niere kann an Hand der Urinmenge, der Urinkonzentration und der Konzentration der harnpflichtigen Substanzen (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Kalium) im Blut abgeschätzt werden.
Die genaue Leistung der Nieren wird über die Clearance ermittelt. Hierzu gibt es verschiedene Verfahren:
- Die renale Clearance ist ein Maß für die Eliminierung eines Stoffes aus dem Blutplasma, man misst also die Klärfunktion der Niere. Sinkt die Clearance ab, d.h. nimmt die Leistung der Niere ab, spricht man von Niereninsuffizienz.
- Die Inulin-Clearance misst das Filtrationsvermögen der Niere. Hierzu wird dem Patienten Inulin verabreicht und gemessen, wie viel vom verabreichten Stoff pro Zeit wieder ausgeschieden wird. Da Inulin zwar filtriert, nicht aber rückresorbiert wird, ist die Inulin-Clearance identisch mit der glomerulären Filtrationsrate (GFR). Für den gesunden Jugendlichen liegt der Wert bei etwa 125 ml/min. Eine Abnahme des Wertes deutet auf eine Störung in der Nierenfunktion hin (Niereninsuffizienz). Mit zunehmenden Alter nimmt die GFR physiologisch auf 60-65 ml/min ab. Dies ist bei der Dosierung von Arzneistoffen, die über die Niere ausgeschieden werden, wichtig, da bei älteren Patienten durch die geringere GFR oft eine Verringerung der Dosis vorgenommen werden muss.
- Die Creatinin-Clearance wird wegen ihrer einfacheren Durchführung in der Klinik der Inulin-Clearance vorgezogen. Es wird die Ausscheidung von Creatinin gemessen, die annähernd der von Inulin entspricht. Die Creatinin-Plasmaspiegel, deren Wert von der Muskelmasse abhängt, schwanken nur wenig, was diese Messung überhaupt erst möglich macht. Vorteilhaft ist weiterhin, dass die Infusion, die bei der Messung der Inulin-Clearance erforderlich ist, entfällt.
Untersuchungsmethoden der Niere
- Laboruntersuchungen
- Urinuntersuchung
- Teststäbchen auf Bakterien, Eiweiß, Blut, Zucker etc.
- Urinsediment
- Blutuntersuchung
- Kreatinin
- Kalium
- Harnstoff
- Harnsäure
- Steinuntersuchungen
- Bildgebung
- Ultraschall
- Röntgen Kontrastmitteldarstellung der Niere = iv-Pyelogramm
- CT der Niere
- Magnetresonanztomografie der Niere
- Angiografie der Niere
- Nuklearmedizinische Verfahren
- Statische Nierenszintigrafie
- Nierenausscheidungsszintigrafie
- Nierenperfusionsszintigrafie
Krankheiten der Niere
- Alport-Syndrom Defekt des Typ IV-Kollagens, geht einher mit Hämaturie, progredientes Nierenversagen und Innenohrschwerhörigkeit
- Pyelonephritis = Nierenbeckenentzündung
- Glomerulonephritis / Glomerulopathie = Autoimmunentzündung der Nieren
- Nierensteine
- Nierentumoren
- bösartig: Nierenzellkarzinom
- gutartig: z.B. Angiomyolipom
- Anlagestörungen
- Doppelniere
- Zystennieren
- Hufeisenniere
- Niereninsuffizienz verschiedener Schweregrade, im Endstadium
- Urämie und
- chronisches Nierenversagen, dialysepflichtig
- akutes Nierenversagen, Anurie
- Nierenabsenkung (umgangssprachlich "Wanderniere")
- Bartter-Syndrom (selten)
- Phosphatdiabetes
- Diabetes renalis
- Diabetische Nephropathie
- Hypertensive Nephropathie
- Beteiligung der Niere bei einer Gefäßentzündung (Vaskulitis)
Therapie
Viele Erkrankungen der Niere haben einen Ausfall der Nierenfunktion zur Folge (terminales Nierenversagen). Patienten mit terminalem Nierenversagen werden durch die Hämodialyse therapiert. Dabei wird den Patentienten über einen gelegten Anschluss (Shunt) Blut aus dem Blutkreislauf entnommen und über Ultramembranen filtriert, dem Blut wird dabei Wasser entzogen.
Die Therapie der Wahl beim terminalen Nierenversagen ist die Transplantation, man unterscheidet Lebenspendertransplantation und Leichennierenspenden.
Literatur
- Frank H. Netter, Eckehard Renner: Farbatlanten der Medizin, Bd. 2, Niere und Harnwege, Thieme, Stuttgart, 1983. ISBN 3135241025
- Uwe Gille: Harn- und Geschlechtssystem, Apparatus urogenitalis. In: Salomon/Geyer/Gille (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Stuttgart: Enke-Verlag Stuttgart, 2004. ISBN 3830410077
- Zur Problematik der Spenderniere. Bericht vom [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,druck-379431,00.html aus der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf] aus SPIEGEL ONLINE - 23. Oktober 2005.
Weblinks
- [http://www.niere.org www.niere.org]
Kategorie:Harnorgan
ja:腎臓
simple:Kidney
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Diese Kategorie enthält Chemische Verbindungen.
Kategorie:Chemie
Kategorie:Chemischer Stoff Cypr Północny
Cypr Północny, Turecka Republika Północnego Cypru (tur. Kuzey Kibris Türk Cumhuriyeti), twór państwowy zajmujący północną część wyspy Cypr zamieszkiwaną przez ludność turecką. Państwo nie zostało uznane na arenie międzynarodowej, a politycznie i ekonomicznie funkcjonuje przede wszystkim dzięki pomocy Turcji.
Powierzchnia: 3355 km²
Stolica: Nikozja - część turecka (39 tys.)
Liczba mieszkańców: 209 tys.
Ustrój polityczny
Głową państwa jest Mehmet Ali Talat, a szefem rządu Ferdi Sabit Soyer. Kraj jest uznawany przez Turcję, Nachiczewańską Republikę Autonomiczną i Organizację Konferencji Islamskiej. Cypr Północny posiada własny rząd, parlament, konstytucję i hymn (Istiklâl Marsi).
Historia (kalendarium)
- 11 tys. lat p.n.e. - pierwsi osadnicy na wyspie Cypr
- XIV wiek p.n.e. - Mykeńczycy opanowali wyspę.
- XV wiek - Wenecja podbiła Cypr.
- 1571 - Imperium Osmańskie zdobyło wyspę.
- 1878 - Osmani odstąpili Cypr Wielkiej Brytanii.
- 1925 - wyspa oficjalnie kolonią brytyjską
- 1950 - w referendum greccy Cypryjczycy w 60% opowiedzieli się za przyłączeniem do Grecji.
- 1957 - Cypr brytyjską autonomią
- 1960 - wyspa odzyskała niepodległość.
- 1963 - starcia między grecką a turecką częścią wyspy
- 1964 - oddziały UFICYP wylądowały na terytorium Republiki Cypru.
- 15 listopada 1974 - proklamowanie Federalnego Państwa Tureckiej Republiki Cypryjskiej.
- 15 listopada 1983 - proklamowano Turecką Republikę Północnego Cypru.
Kategoria:Turcja Kategoria:Cypr Północny Kategoria:Terytoria sporne
ko:북키프로스 터키 공화국
ja:北キプロス・トルコ共和国
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Twyla Tharp (b. July 1 1941) is an American dancer and choreographer who won three Emmy Awards for her 1985 television production Baryshnikov by Tharp. After graduating in 1963 from
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Balthasar Behem Codex
The privileges and statutes of the city of Krakow and its guilds were collected in the 1505 Balthasar Behem Codex, named for the chancellor at the time. The book's text is in Polish, Latin and German, and is now held at the Jagiellonian University of Krakow.
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Undergarment
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Undergarments, also called "underwear", "undercrackers", "lingerie" (undergarments for women), or sometimes "intimate clothing", are clothes worn next to the skin, usually under other clothes.
Some clothing is specifically underwear, while T-shirts and some shorts are suitable as underwear as well as outer clothing. Suitability as outer clothing is, apart f
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Clothing
(See also List of types of clothing and Clothing terminology)
Humans nearly universally wear articles of clothing (also known as dress, garments, or attire) on the body. In its broadest sense, clothing is defined as coverings for the torso and limbs as well as coverings for the hands (gloves), feet (shoes, List of types of clothing and Clothing terminology)
Humans nearly universally wear articles of clothing (also known as dress, garments, or attire) on the body. In its broadest sense, clothing is defined as coverings for the torso and limbs as well as coverings for the hands (gloves), feet (shoes, List of types of clothing and Clothing terminology)
Humans nearly universally wear articles of clothing (also known as dress, garments, or attire) on the body. In its broadest sense, clothing is defined as coverings for the torso and limbs as well as coverings for the hands (gloves), feet (shoes, PRC (disambiguation).
Appearing in primitive form in the second edition rules of the Dungeons & Dragons role-playing game and developed extensively in the third edition rules, prestige classes (PrC) are character classes that offer specialized, exclusive abilities once certain restrictive requirements are met.
In
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