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Acetal

Acetal

Acetale sind eine Molekülgruppe in der organischen Chemie. Sie zeichnen sich durch zwei Alkoxylgruppen -OR aus, die sich an einem Kohlenstoff-Atom befinden. Bei der Darstellung von Acetalen entstehen als Zwischenprodukte die Halbacetale (R1 oder R2 ist ein H-Atom), welche nur in einigen Fällen isoliert werden können, vor allem, wenn ein Ringschluss zur Stabilisierung in relativ entspannten Ringsystemen führt. Zucker liegen zum größten Teil in einer cyclischen Halbacetalform vor. Image:Acetal.PNG

Acetale als Schutzgruppen

In der Synthesechemie werden Acetale oft als Schutzgruppen benutzt. Hierbei lässt man ein Diol, einen Alkohol mit zwei Hydroxylgruppen (OH-Gruppen), mit einer zu schützenden Carbonylgruppe in Gegenwart katalytischer Mengen Säure reagieren, sodass mit guter Ausbeute ein cyclisches Acetal entsteht, welches von Basen, metallorganischen Reagenzien und gängigen Reduktionsmitteln nicht angegriffen wird. Acetale sind in diesem Sinn maskierte Carbonylgruppen.

Thioacetale

Acetale können auch mit Thiolen gebildet werden, diese nennt man Thioacetale. Sie unterscheiden sich in der Reaktivität von den Acetalen, was synthetischen Nutzen haben kann. Siehe auch:
- Kohlenhydrate
- Acetalbildung
- Glykosid Kategorie:Stoffgruppe ja:アセタール

Molekül

Ein Molekül (älter auch: Molekel) ist ein Teilchen, das aus mindestens zwei zusammenhängenden Atomen besteht, welche durch kovalente Bindungen verbunden sind. Moleküle stellen die kleinsten Teilchen dar, die die Eigenschaften des zugrundeliegenden Stoffes haben. Es gibt Moleküle, die aus einem einzigen Element aufgebaut sind (O2, N2, P4 u.v.m), die meisten Moleküle sind aber Verbindungen aus Nichtmetallen mit einem (oder mehr) weiteren Nichtmetallen oder Halbmetallen. Einen etwas größeren Verbund von gleichartigen Atomen nennt man Cluster.

Bindungsart in Molekülen

In Molekülen halten die verbundenen Atome über gemeinsame Elektronenpaare zusammen. Man nennt solche Bindungen auch Atombindung, Elektronenpaarbindung oder kovalente Bindung. Wenn auch die einzelnen Atome keine vollen Elementarladungen haben, also nicht als Ionen vorliegen, kann es durch unsymmetrisch verteilte Bindungselektronenpaare zu Teilladungen kommen. Man unterteilt deshalb die Atombindungen in:
- kovalente Bindung / unpolare Atombindung - Differenz der Elektronegativität der Bindungspartner ist 0. Diese Art der Bindung kommt genau genommen nur bei Elementmolekülen, d.h. bei Molekülen, die nur aus einer Atomart zusammen gesetzt sind, vor. Man fasst im weiteren Sinne allerdings auch Bindungen zwischen Atomen (z.B. zwischen C und H) als kovalente Bindungen auf, deren Differenz der Elektronegativität größer 0 und kleiner 0,4 ist.
- polare Bindung - Differenz der Elektronegativität der Bindungspartner ist größer 0,4 und kleiner 1,8.

Zwischenmolekulare Kräfte (sortiert nach abnehmender Stärke)

Zwischen den Molekülen können verschiedene Kräfte wirken, die sich zum Beispiel auf die Siede- und Schmelztemperatur und die Löslichkeitseigenschaften auswirken können.
- Wasserstoffbrückenbindung
- Dipol-Dipol-Kräfte
- van-der-Waals-Kräfte

Darstellung

Der Aufbau eines Moleküls kann auf verschiedene Arten beschrieben werden. Die Summenformel eignet sich für einfache Moleküle, insbesondere anorganische Moleküle, z.B. H2O für Wasser oder NH3 für Ammoniak. Sie enthält die Atomsymbole der im Molekül enthaltenen Elementsorten, deren Anzahl über einen Index (die tiefgestellte Zahl) angegeben ist. Die Wirkung von Intermolekularen Kräften ist auch bei kleineren Molekülen von der räumlichen Struktur der Moleküle abhängig. Zur Beschreibung dieser Struktur dient die VSEPR-Theorie. Bei komplexeren Molekülen, wie sie vor allem in der organischen Chemie vorkommen, liefert eine Summenformel oft keine ausreichende Beschreibung, da es verschiedene Moleküle mit der gleichen Summenformel (Isomere) geben kann. Deshalb wird dazu die Strukturformel verwendet, die den Aufbau graphisch darstellt. In einigen Fällen, spiegelbildlich gebauten Molekülen, den Enantiomeren, gibt auch die Strukturformel nicht ausreichend Aufschluss über die nach außen wirksame Struktur. Hier werden Fischer- und Haworth-Projektion verwendet. Bei hochkomplexen Molekülen wie Proteinen oder polymeren Kohlenhydraten spielt die räumliche Darstellung eine noch größere Rolle. Man versucht, räumliche Darstellungen über Farbgebung zu erreichen (Bsp.: Hämoglobin). Man spricht dann - je nach Ebene - von der Primärstruktur (bei Proteinen durch die Abfolge der Aminosäuren definiert), der Sekundärstruktur (Auffaltung zu einer Helix oder einem Faltblatt), der Tertiärstruktur (Auffaltung der Sekundärstruktur zu Kugeln oder Fasern ) und der Quartärstruktur. (siehe hierzu: Protein)

Siehe auch:


- Chemische Bindung
- Atombindung
- Ionenbindung
- Molekularphysik
- Molekülbaukasten
- Ölfleckversuch Kategorie:Chemie Kategorie:Genetik Kategorie:Atomphysik als:Molekül ja:分子 ko:분자 simple:Molecule th:โมเลกุล Kategorie:Chemie

Acetalbildung

Die Acetalbildung (Acetalisierung) ist eine chemische Reaktion bei der Acetal entsteht. Sie kann auf verschiedene Arten geschehen. Bekannt ist vor allem die Bildung aus Aldehyden.

Allgemeine Darstellung

Diese Reaktion ist eine echte Gleichgewichtsreaktion, d.h. das Gleichgewicht kann sowohl weit auf der rechten, als auch weit auf der linken Seite liegen. Die Gleichgewichtslage kann durch Manipulation der Reaktionsbedingungen verändert werden. Das entstehende Wasser kann ständig aus dem Reaktionsgemisch entfernt werden (z.B. durch Destillation oder mit Phosphorpentoxid) oder der Alkohol wird im Überschuss zugegeben.

Additionsreaktion aus Aldehyden

Aldehyde reagieren mit Alkoholen zu Halbacetalen. Diese reagieren im sauren Milieu unter Wasseraustritt weiter zu Acetalen.

Additionsreaktion aus Ketonen

Auch aus Ketonen können Acetale gebildet werden, wobei diese Reaktion jedoch nicht so leicht verläuft wie bei den Aldehyden. Kategorie:Chemie

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate, fälschlicherweise auch als Kohlehydrate bezeichnet, sind eine Gruppe von organisch-chemischen Verbindungen, die man auch als Zucker bezeichnet. Dabei gibt es Monosaccharide (Einfachzucker), Disaccharide (Zweifachzucker), Oligosaccharide/Polysaccharide (Mehrfachzucker). Zwei- und Mehrfachzucker bestehen aus chemisch verketteten Einfachzuckern. Eigentlich müsste man von 'Kohlenstoffhydraten' sprechen, weil man ursprünglich Verbindungen wie Glukose oder Fruktose als Hydrate des Kohlenstoffs betrachtete, denn chemisch gesehen sind Kohlenhydrate mehrwertige Alkohole. Daher ist die Verkürzung "Kohlenhydrate" (mit "n") vorzuziehen und historisch begründet. Einfachzucker werden von Pflanzen durch Photosynthese aus Kohlenstoffdioxid und Wasser aufgebaut, und enthalten Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Zur Speicherung oder zum Zellaufbau werden diese Einfachzucker dann zu Mehrfachzuckern verkettet. Tiere können keine Einfachzucker synthetisieren, allerdings können sie aus Einfachzuckern langkettige Zucker herstellen. So synthetisiert die Leber beispielsweise aus Glukose den langkettigen Speicherzucker Glykogen. Kohlenhydrate sind ein wesentlicher Teil der menschlichen Nahrung. Der Energiegehalt von 1 Gramm Kohlenhydrat beträgt rund 17,2 Kilojoule (kJ) (4,1 kcal). Pflanzenarten, die vor allem dazu beitragen, den Kohlenhydratbedarf in der Ernährung zu decken, sind im Artikel Nutzpflanzen zusammengestellt. Insgesamt kann man die Kohlenhydrate auch in Strukturkohlenhydrate und Nicht-Strukturkohlenhydrate unterteilen:
- Nicht-Strukturkohlenhydrate sind u.a. Rohrzucker (Saccharose) sowie das Polysaccharid Stärke. Diese Zucker dienen dem Energiegewinn oder sind Speicherstoffe.
- Strukturkohlenhydrate sind am Aufbau der pflanzlichen Zellwand beteiligt und stellen einen Großteil des Fasermaterials der Pflanzen dar: Zellulose, Hemizellulose, u.a. Strukturkohlenhydrate können von Säugern mit einhöhligem Magen nur bedingt verdaut werden, hingegen weitgehendst oder vollständig von Wiederkäuern und Pferdeartigen (Equidae). Beispiele:
- Einfachzucker (Monosaccharide)
  - Dextrose, auch Traubenzucker oder Glucose
  - Mannose, ein Epimer der Glucose
  - Fructose, auch Fruchtzucker
  - Galactose, auch Schleimzucker
  - Ribose, Teil der Ribonukleinsäure (RNA)
  - Desoxyribose, Teil der Desoxyribonukleinsäure (DNA)
- Zweifachzucker (Disaccharide)
  - Saccharose, auch Rübenzucker oder Rohrzucker (Glucose + Fructose)
  - Lactose, auch Milchzucker (Glucose + Galactose)
  - Lactulose, ein synthetisch abgewandelter Milchzucker
  - Maltose, auch Malzzucker (Glucose + Glucose)
  - Trehalose
- Mehrfachzucker (Polysaccharide)
  - Stärke
  - Cellulose
  - Glykogen

Chemie

Kohlenhydrate sind Polyhydroxycarbonylverbindungen, haben in ihrer offenkettigen Form also neben mehreren Hydroxygruppen auch mindestens eine Carbonylgruppe. Befindet sich diese Carbonylgruppe an einem terminalen C-Atom (Aldehyd), so spricht man von einer Aldose, befindet sie sich an einem internen C-Atom (Keton), dann bezeichnet man den Zucker als Ketose. Die Carbonylfunktion ist eine hoch reaktive Funktionelle Gruppe. Zu nennen sind hier besonders die Oxidationsempfindlichkeit, die Reduzierbarkeit und der leichte nukleophile Angriff am Kohlenstoffatom der Carbonylgruppe. Durch Oxidationsmittel werden Kohlenhydrate daher zu Glykonsäuren oxidiert. Dies gilt unter basischen Bedingungen nicht nur für die Aldosen, sondern auch für die Ketosen, die durch die Base in einer komplexen Reaktion umgelagert werden. Beim Nachweis durch das Fehling-Reagenz wird ein blauer Cu(II)-Komplex zu unlöslichem, roten Cu(I)oxid reduziert. Wird die Carbonylfunktion zur Hydroxygruppe reduziert, erhält man ein so genanntes Alditol. Durch intramolekularen nukleophilen Angriff einer der Hydroxygruppen auf das Carbonylkohlenstoffatom bildet sich ein zyklisches Halbacetal, welches energetisch meist sehr günstig ist. Hierbei werden überwiegend Sechsringe (pyranose Form) gebildet, die eine sehr niedrige Ringspannung aufweisen, es entstehen aber auch in geringerem Maße Fünfringe (furanose Form). Andere Ringgrößen treten nicht auf, da sie eine zu hohe Ringspannung aufweisen. Es entsteht ferner ein neues Chiralitätszentrum. Die beiden resultierenden Diastereomere werden mit α und β bezeichnet. In wässriger Lösung bilden α- und β-pyranose und -furanose Form eine Gleichgewichtsreaktion miteinander und mit der offenkettigen Form. Eine wässrige Lösung von reiner α-Glukopyranose wird daher nach einiger Zeit zu einer Gleichgewichtsmischung aus α- und β-Glucopyranose und -furanose (38 % α-Glcp, 62 % β-Glcp, 0 % α-Glcf, 0,14 % β-Glcf, 0,002 % offenkettig). Die hierbei messbare Veränderung des Drehwertes wird als Mutarotation bezeichnet. Von zentraler Bedeutung in der Kohlenhydratchemie ist ferner die glykosidische Bindung. Das hierbei gebildete zyklische Vollacetal eines Zuckers bezeichnet man als Glykosid.

Literatur


- Thisbe K. Lindhorst: Struktur und Funktion von Kohlenhydraten. Chemie in unserer Zeit 34(1), S. 38 - 52 (2000), ISSN 0009-2851
- Thomas K. Ritter, Chi-Huey Wong: Kohlenhydrate in der Antibiotikaforschung: ein neuer Ansatz zur Resistenzbekämpfung. Angewandte Chemie 113(19), S. 3616 - 3641 (2001), ISSN 0044-8249
- Jochen Lehmann, Kohlenhydrate: Chemie und Biologie, 2. neu bearb. und erw. Aufl., Stuttgart; New York: Thieme, 1996.

Weblinks


- [http://ntbiouser.unibe.ch/trachsel/teaching/RepeBiochem/Kohlehydrate.html Repetitorium Biochemie]
- [http://www.m-ww.de/gesund_leben/ernaehrung/kohlenhydrate.html Allgemeines, Funktion im Körper, täglicher Bedarf]
- [http://www.foerstner.org/konrad/bco/grundlagen/kohlenhydrate.html Biochemie online - Grundlagen] Siehe auch: Polysaccharid Kategorie:Stoffgruppe Kategorie:Kohlenhydrat ja:炭水化物 ko:탄수화물 th:คาร์โบไฮเดรต

Schutzgruppe

Schutzgruppen sind wesentlicher Bestandteil der synthetischen organischen Chemie. Sie sollen verhindern, dass im Laufe einer mehrstufigen Synthese vorhandene funktionelle Gruppen mit eingesetzen Reagenzien reagieren. Das besondere an Schutzgruppen ist die Möglichkeit sie reversibel ohne großen Aufwand wieder abzuspalten. Dabei wird die zuvor geschütze funktionelle Gruppe wieder frei. Beispiele für die Schutzgruppentechnik: Ketone können mit Diolen zu Acetalen umgesetzt werden. Damit wird das Carbonylkohlenstoffatom vor einem nucleophilen Angriff geschützt. Alkohole reagieren mit anderen Alkoholen unter Wasserabspaltung zu Ethern. Die Merrifield-Synthese ist ein Verfahren zur Peptiderzeugung, das auf Schutzgruppenchemie beruht. Kategorie:Chemie

Hydroxylgruppe

Die Hydroxylgruppe (auch Hydroxygruppe) (-OH) ist die funktionelle Gruppe der Alkohole und Phenole. Sie kommt aber auch bei Zuckermolekülen und – zusammen mit der Carbonylgruppe – als Carboxylgruppe in den Carbonsäuren vor. Zur Aufklärung der Struktur eines einfachen Alkohols, zum Beispiel unseres Trinkalkohols Ethanol, trägt ein Experiment bei, bei dem man Natrium zu Ethanol gibt. Das dabei entstehende Gas lässt sich als Wasserstoff identifizieren. Quantitative Messungen haben zudem ergeben, dass pro Molekül Alkohol jeweils nur ein Atom Wasserstoff freigesetzt wird. Aus dieser Tatsache wird auf das Vorhandensein der funktionellen Hydroxylgruppe (-OH) geschlossen, die als typisches Merkmal der Alkohole gilt. Die Hydroxylgruppe verleiht dem Alkoholmolekül polare Eigenschaften. So können sich zum Beispiel zwischen Ethanolmolekülen Wasserstoffbrücken ausbilden. Dadurch kommt es zu einer Anziehung und Vernetzung benachbarter Alkoholmoleküle, was schließlich den flüssigen Aggregatzustand des Ethanols bedingt. Phenolische Hydroxyfunktionen haben im Gegensatz zu alkoholischen saure Eigenschaften, da das entstehende Phenolat mesomerie stabilisiert ist. Das gilt zwar auch für aliphatische Enole, doch bei diesen liegt bei der Keto-Enol-Tautomerie im Gegensatz zu den Phenolen fast ausschließlich das Keton vor, weil es energetisch begünstigt ist. Bei den Phenolen ist es aber wegen der Ausbildung des aromatischen Systems genau umgekehrt (vgl. Hückel-Regel). Die Hydroxylgruppe darf nicht mit dem negativ geladenen OH-Ion verwechselt werden, siehe Laugen. Siehe auch: Hydroxyverbindungen Kategorie:Funktionelle Gruppe ja:ヒドロキシル基

Reduktionsmittel

Ein Reduktionsmittel (auch als "Reduktans" bezeichnet) ist ein Stoff, der andere Stoffe reduzieren kann und dabei selbst oxidiert wird (Elektronendonator). Das Gegenteil ist ein Oxidationsmittel (auch als "Oxidans" bezeichnet) (Elektronenakzeptor). Beispiele: Lithiumaluminiumhydrid, Natriumsulfid, Natriumsulfit, Natriumdithionit, Natriumthiosulfat, Natriumborhydrid Siehe auch: Oxidationszahl Kategorie:Chemikaliengruppe

Reaktivität

Die Reaktivität ist in der Kerntechnik ein Maß für die Abweichung des Multiplikationsfaktors k vom Gleichgewichtswert k = 1. Sie beschreibt damit ebenso wie der Multiplikationsfaktor die Kritikalität und damit die Stabilität der Kettenreaktion. Die Reaktivität ρ ist definiert als: :\rho=\frac und wird meist in Prozent angegeben. Definitionsgemäß gelten folgende Beziehungen für Reaktivität und Multiplikationsfaktor: :ρ = 0 entspricht k = 1, der Reaktor ist kritisch. :ρ < 0 entspricht k < 1, der Reaktor ist unterkritisch. :ρ > 0 entspricht k > 1, der Reaktor ist überkritisch. Bei der Explosion des RBMK1000-Reaktors von Tschernobyl im Jahre 1986 kam es zu einer überkritischen Reaktivitätsexkursion die die Reaktornennleistung Sekundenbruchteile vor der Explosion um mehr als das hundertfache überstieg. Quelle: INSAG International Nuclear Safety Advisory Group Autor: Harry Lotric

Weblinks


- [http://www.kernenergie-wissen.de/reaktorperiode.html www.kernenergie-wissen.de] Kategorie:Kernenergie

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate, fälschlicherweise auch als Kohlehydrate bezeichnet, sind eine Gruppe von organisch-chemischen Verbindungen, die man auch als Zucker bezeichnet. Dabei gibt es Monosaccharide (Einfachzucker), Disaccharide (Zweifachzucker), Oligosaccharide/Polysaccharide (Mehrfachzucker). Zwei- und Mehrfachzucker bestehen aus chemisch verketteten Einfachzuckern. Eigentlich müsste man von 'Kohlenstoffhydraten' sprechen, weil man ursprünglich Verbindungen wie Glukose oder Fruktose als Hydrate des Kohlenstoffs betrachtete, denn chemisch gesehen sind Kohlenhydrate mehrwertige Alkohole. Daher ist die Verkürzung "Kohlenhydrate" (mit "n") vorzuziehen und historisch begründet. Einfachzucker werden von Pflanzen durch Photosynthese aus Kohlenstoffdioxid und Wasser aufgebaut, und enthalten Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Zur Speicherung oder zum Zellaufbau werden diese Einfachzucker dann zu Mehrfachzuckern verkettet. Tiere können keine Einfachzucker synthetisieren, allerdings können sie aus Einfachzuckern langkettige Zucker herstellen. So synthetisiert die Leber beispielsweise aus Glukose den langkettigen Speicherzucker Glykogen. Kohlenhydrate sind ein wesentlicher Teil der menschlichen Nahrung. Der Energiegehalt von 1 Gramm Kohlenhydrat beträgt rund 17,2 Kilojoule (kJ) (4,1 kcal). Pflanzenarten, die vor allem dazu beitragen, den Kohlenhydratbedarf in der Ernährung zu decken, sind im Artikel Nutzpflanzen zusammengestellt. Insgesamt kann man die Kohlenhydrate auch in Strukturkohlenhydrate und Nicht-Strukturkohlenhydrate unterteilen:
- Nicht-Strukturkohlenhydrate sind u.a. Rohrzucker (Saccharose) sowie das Polysaccharid Stärke. Diese Zucker dienen dem Energiegewinn oder sind Speicherstoffe.
- Strukturkohlenhydrate sind am Aufbau der pflanzlichen Zellwand beteiligt und stellen einen Großteil des Fasermaterials der Pflanzen dar: Zellulose, Hemizellulose, u.a. Strukturkohlenhydrate können von Säugern mit einhöhligem Magen nur bedingt verdaut werden, hingegen weitgehendst oder vollständig von Wiederkäuern und Pferdeartigen (Equidae). Beispiele:
- Einfachzucker (Monosaccharide)
  - Dextrose, auch Traubenzucker oder Glucose
  - Mannose, ein Epimer der Glucose
  - Fructose, auch Fruchtzucker
  - Galactose, auch Schleimzucker
  - Ribose, Teil der Ribonukleinsäure (RNA)
  - Desoxyribose, Teil der Desoxyribonukleinsäure (DNA)
- Zweifachzucker (Disaccharide)
  - Saccharose, auch Rübenzucker oder Rohrzucker (Glucose + Fructose)
  - Lactose, auch Milchzucker (Glucose + Galactose)
  - Lactulose, ein synthetisch abgewandelter Milchzucker
  - Maltose, auch Malzzucker (Glucose + Glucose)
  - Trehalose
- Mehrfachzucker (Polysaccharide)
  - Stärke
  - Cellulose
  - Glykogen

Chemie

Kohlenhydrate sind Polyhydroxycarbonylverbindungen, haben in ihrer offenkettigen Form also neben mehreren Hydroxygruppen auch mindestens eine Carbonylgruppe. Befindet sich diese Carbonylgruppe an einem terminalen C-Atom (Aldehyd), so spricht man von einer Aldose, befindet sie sich an einem internen C-Atom (Keton), dann bezeichnet man den Zucker als Ketose. Die Carbonylfunktion ist eine hoch reaktive Funktionelle Gruppe. Zu nennen sind hier besonders die Oxidationsempfindlichkeit, die Reduzierbarkeit und der leichte nukleophile Angriff am Kohlenstoffatom der Carbonylgruppe. Durch Oxidationsmittel werden Kohlenhydrate daher zu Glykonsäuren oxidiert. Dies gilt unter basischen Bedingungen nicht nur für die Aldosen, sondern auch für die Ketosen, die durch die Base in einer komplexen Reaktion umgelagert werden. Beim Nachweis durch das Fehling-Reagenz wird ein blauer Cu(II)-Komplex zu unlöslichem, roten Cu(I)oxid reduziert. Wird die Carbonylfunktion zur Hydroxygruppe reduziert, erhält man ein so genanntes Alditol. Durch intramolekularen nukleophilen Angriff einer der Hydroxygruppen auf das Carbonylkohlenstoffatom bildet sich ein zyklisches Halbacetal, welches energetisch meist sehr günstig ist. Hierbei werden überwiegend Sechsringe (pyranose Form) gebildet, die eine sehr niedrige Ringspannung aufweisen, es entstehen aber auch in geringerem Maße Fünfringe (furanose Form). Andere Ringgrößen treten nicht auf, da sie eine zu hohe Ringspannung aufweisen. Es entsteht ferner ein neues Chiralitätszentrum. Die beiden resultierenden Diastereomere werden mit α und β bezeichnet. In wässriger Lösung bilden α- und β-pyranose und -furanose Form eine Gleichgewichtsreaktion miteinander und mit der offenkettigen Form. Eine wässrige Lösung von reiner α-Glukopyranose wird daher nach einiger Zeit zu einer Gleichgewichtsmischung aus α- und β-Glucopyranose und -furanose (38 % α-Glcp, 62 % β-Glcp, 0 % α-Glcf, 0,14 % β-Glcf, 0,002 % offenkettig). Die hierbei messbare Veränderung des Drehwertes wird als Mutarotation bezeichnet. Von zentraler Bedeutung in der Kohlenhydratchemie ist ferner die glykosidische Bindung. Das hierbei gebildete zyklische Vollacetal eines Zuckers bezeichnet man als Glykosid.

Literatur


- Thisbe K. Lindhorst: Struktur und Funktion von Kohlenhydraten. Chemie in unserer Zeit 34(1), S. 38 - 52 (2000), ISSN 0009-2851
- Thomas K. Ritter, Chi-Huey Wong: Kohlenhydrate in der Antibiotikaforschung: ein neuer Ansatz zur Resistenzbekämpfung. Angewandte Chemie 113(19), S. 3616 - 3641 (2001), ISSN 0044-8249
- Jochen Lehmann, Kohlenhydrate: Chemie und Biologie, 2. neu bearb. und erw. Aufl., Stuttgart; New York: Thieme, 1996.

Weblinks


- [http://ntbiouser.unibe.ch/trachsel/teaching/RepeBiochem/Kohlehydrate.html Repetitorium Biochemie]
- [http://www.m-ww.de/gesund_leben/ernaehrung/kohlenhydrate.html Allgemeines, Funktion im Körper, täglicher Bedarf]
- [http://www.foerstner.org/konrad/bco/grundlagen/kohlenhydrate.html Biochemie online - Grundlagen] Siehe auch: Polysaccharid Kategorie:Stoffgruppe Kategorie:Kohlenhydrat ja:炭水化物 ko:탄수화물 th:คาร์โบไฮเดรต

Glykosid

Ein Glykosid (R-O-Z) ist eine Verbindung bei der ein Alkohol (R-OH) über eine glykosidische Bindung an einen Zuckerteil (Z) gebunden ist. OR kann nach IUPAC-Nomenklatur sowohl ein anderer Zucker als auch eine beliebige andere Hydroxylverbindung (Alkohol) sein, allerdings kein Acylrest. Liegt statt eines Acetals ein Thioacetal R-S-Z oder Selenoacetal R-Se-Z vor, so spricht man von einem Thioglykosid bzw. Selenoglykosid. N-Glykosyl-Verbindungen R-NR´-Z sollen besser als Glykosylamine bezeichnet werden. C-Glykosylverbindungen R-CR´R´´-Z sollen als Glykosylderivate bezeichnet werden. Der Zuckerteil Z wird als Glykon bezeichnet. OR wird als Aglykon bezeichnet, wenn es sich um einen Nichtzucker handelt. Die glykosidische Bindung Bei der glykosidischen Bindung liegt der Aldehyd der Aldosen (z. B. Glukose) oder die Ketofunktion der Ketosen (z. B. Fruktose) als zyklisches Vollacetal vor. Ein Acetal ist das Kondensationsprodukt aus einem Aldehyd oder Keton und einem (Halbacetal) oder zwei Alkoholen (Vollacetal). Vollacetale sind stabil gegen basische und neutrale bis schwach saure wäßrige Lösungen, hydrolysieren jedoch in Gegenwart starker Säuren. Kohlenhydrate (Zucker) sind Polyhydroxyverbindungen, d. h. sie haben mehrere Alkoholfunktionen, und liegen daher meist als energetisch sehr günstiges zyklisches Halbacetal vor, reagieren also mit sich selbst unter Ringbildung. Das ehemalige Carbonylsauerstoffatom bildet eine exozyklische OH-Gruppe, der Sauerstoff der Hydroxylgruppe bildet den endozyklischen Ringsauerstoff. Da die Halbacetalform der Aldosen in wäßriger Lösung mit der offenkettigen aldehydischen Form im Gleichgewicht liegt, reduziert eine Glukose-Lösung Fehlingsche Lösung. Zucker bilden mit den verschiedensten Alkoholen HOR ein zyklisches Vollacetal, bei dem statt einer exozyklischen Hydroxylgruppe ein exozyklischer Substituent OR vorliegt. Ein solches Vollacetal ist in wäßriger Lösung stabil und reduziert Fehlingsche Lösung daher nicht, es sei denn das Aglykon selbst wirkt reduzierend, z. B. wenn es sich widerum um einen Zucker handelt. In stark saurer wäßriger Lösung werden Glykoside zu einem oder mehreren Monosaccharid(en) und dem Alkohol gespalten. Das klassische Nachweis-Kriterium für ein Glykosid ist daher die Beständigkeit gegen Fehlingsche Lösung ohne vorherige Hydrolyse und Reduktion von Fehlingscher Lösung nach saurer Hydrolyse. Bei Vorliegen eines reduzierenden Aglykons, z. B. einem weiteren Zucker, greift dieses Kriterium allerdings nicht. Da erste Untersuchungen pharmazeutischer pflanzlicher Formulierungen (Formulierung = Darreichungsform) mit diesen klassischen Untersuchungsmethoden erfolgten, werden in der Pharmazie die unten angegebenen pflanzlichen Wirkstoffe als Glykoside bezeichnet, obwohl die Glykoside eine weit über diese kleine Gruppe hinausgehende Bedeutung haben. Stereochemie Durch die Bildung des glykosidischen Vollacetals wird die prochirale Carbonylfunktion chiral, d. h. es bildet sich ein neues Stereozentrum, das sogenannte anomere Kohlenstoffatom oder anomere Zentrum. Die beiden resultierenden Diastereomere (Anomere) werden als α- bzw. β-Glykosid bezeichnet. Bildet der Zucker einen Fünfring, so handelt es sich um ein Glykofuranosid. Bildet er einen Sechsring, so spricht man von einem Glykopyranosid. Bedeutung Was die Peptid-Bindung bei den Aminosäuren ist, ist die glykosidische Bindung bei den Kohlenhydraten, da sie durch eine leicht reversible Kondensationsreaktion eine stabile Verknüpfung zu anderen Zuckern oder den verschiedensten Alkoholen ermöglicht. Dadurch ergibt sich für die Kohlenhydrate, die mit Abstand den größten Teil der Biomasse ausmachen, eine gewaltige Strukturvielfalt. Enzyme In biologischen Systemen werden Glykoside durch Glykosidasen zum freien Zucker und dem aglykonischen Alkohol hydrolysiert. Diese Glykosidasen sind mehr oder weniger spezifisch für bestimmte Zucker und eine der anomeren Formen und Ringgrößen. So kann eine α-Mannopyranose-spezifische Glykosidase, eine α-Mannosidase, kein Galaktosid hydrolysieren. Eine α-Galaktosidase kann aber nicht nur α-Galaktopyranoside spalten, sondern manchmal auch ähnliche Glykoside, wie zum Beispiel β-Arabinopyranoside. Glykosyltransferasen hingegen sind hochspezifische Enzyme, die die Übertragung aktivierter Kohlenhydrate (UDP-Zucker) auf einen Alkohol unter Ausbildung einer glykosidischen Bindung katalysieren. Biologie und Pharmazie Glykoside sind in der Natur weit verbreitet. Einige spezielle Glykoside sind sekundäre Pflanzenstoffe (Anmerkung: eigentlich heißt es sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe oder generell Sekundärmetabolite). Dabei klassifiziert man Glykoside anhand der verschiedenen möglichen Aglykone. Die Synthese von Glykosiden ermöglicht es der Pflanze u.a., toxische Stoffe in nicht-toxischer Form zu speichern. Dabei wird das Glykosid z. B. in einer Vakuole gespeichert, was der Kompartimentierung von einer entsprechenden Glykosidase dient. Kommen das Glykosid und die zugehörige Glykosidase, z. B. durch Zerstörung der Pflanzenzelle zusammen, wird das Glykosid hydrolytisch gespalten und der Giftstoff wird freigesetzt und kann seine Wirkung entfalten. In der Heilkunst sind Glykoside in ihrer Wirkung sehr unterschiedlich. Sie werden je nach Aglykon in folgende Untergruppen aufgeteilt:
- Farbstoffglykoside
- Iridoidglykoside
- Herzglykoside
- Phenolglykoside
- Saponinglykoside
- Senfölglykoside

Literatur

Jochen Lehmann, Kohlenhydrate: Chemie und Biologie, 2. neu bearb. und erw. Aufl., Stuttgart; New York: Thieme, 1996.

Weblinks


- [http://www.giftpflanzen.com/giftklassen.html Die Pflanzeninhaltsstoffe]
- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d20/20g.htm Botanik online - Glykoside] Kategorie:Stoffgruppe

Kategorie:Stoffgruppe

Diese Kategorie enthält Artikel zu Stoffgruppen, wie z.B. Gruppen und Perioden des Periodensystems, aber auch Gruppen chemischer Verbindungen. Siehe auch: Biomolekülgruppe Kategorie:Chemie Kategorie:Biochemie

Marathon Dancing

Marathon dancing is a dance activity originating in the mid-1300s that became very trendy in the 1920s and 30s. Many out of work people competed in the contests in order to achieve fame or win monetary prizes. Marathon dancing fit in nicely with the 1920s craze for breaking records and stretching human endurance, with records being set in flagpole sitting, mountaineering, aviation, and more. Dance marathons started similarly, and ended up being one of the most widely attended and controversial forms of live theater. The craze started in 1923, when a 32-year old American woman named Alma Cummings danced for 27 hours without stopping. She broke the previous British record and wore out six different partners while she was at it. Her feat garnered brief national attention for her, and sparked a trend which would last a decade. Her dancing spree inspired others, most often women, to try to break the record and share in her glory. Clubs and theaters around America started to hold contests for local people to compete in. People could enter solo and find a partner there, or come with partners. Dancers defied protests and restrictions in striving to break previously set records, propelled by the excitement of competition, the possibility of brief fame, and cheered on by family and friends. Local dance studios all over the country, such as McMillan’s Dancing Academy in Houston, held marathons. McMillan, the proprietor, set a number of firsts in the promotion and development of marathon dancing. He charged admission to spectators and awarded a record-breaking winner with a cash prize. He embraced a flair for the spectacular and encouraged contestants to entertain the crowds in any way they could. However, he also seemed to care for and protect his contestants in a way that vanished in later marathons. After 1923, marathons began to change shape. Sports and entertainment promoters realized that good money could be made from commercializing and standardizing the contests. Unlike flagpole sitting or mountain climbing, dancing had movement and variety but took place in a stationary venue, perfect for entertaining audiences. The contests became endless, grueling marathons that would continue for weeks, regulated by rules and heavily promoted to audiences. No longer driven by dancers’ record setting or “fifteen-minutes-of-fame,” these events were staged and structured by promoters, fueled by the money that could be made. Presented on a much grander scale, these marathons offered non-stop entertainment hosted by a Master of Ceremonies and threaded with performances and specialty numbers, live band music, and audience participation, in addition to the contest element. Each marathon had its own set of rules, demanding more from their participants and dictating a way of life for the around-the-clock dancers (not to mention judges, nurses, vendors and many others involved in the event), governing dancing, sleeping, eating, bathing and using the toilet. Rules often demanded that couples register and stay together, stating that if one partner dropped out, the other had to leave too. They regulated rest periods: fifteen minutes for every hour of dancing, often in separate quarters for men and women, during which they could sleep, change clothes, or have a massage (which contestants themselves paid for). Though healthier for the dancers than the earlier non-stop contests, these rest periods allowed the marathons to continue for days, weeks, and even months. Though these contests were never a test of finesse or technical ability, later marathons were much more a question of stamina and endurance; outliving your opponents, often at the risk of health and well being. In a 1920s reality showSurvivor with a twist – couples would dance popular dances of the day, including fox trot, waltz, and Charleston, for as long as possible, while judges watched to verify their knees did not touch the ground. In fact, rules stated that contestants did not need to dance as long as they stood in a dance position and kept their feet moving. Every so often however, they were made to do a sprint or quick competition of waltz or fox trot, earning the winning couple prestige and extra money. To break the monotony of constant dancing for spectators, promoters added distractions, usually performances both by contestants and by guest artists. They invited professional dancers and teachers to enter the contest, often paying them to participate. Specialty acts from vaudeville and burlesque, exhibition dancers, even boxing matches, were all added to the spectacle. In addition, the competition element and constant proximity of the dancers combined with exhaustion and mental stress created real dramas and conflicts, which promoters exploited and publicity and the press spread, especially via the new media venue, the tabloids. Promoters would assure a good show by hiring eccentric and ostentatious personalities sure to create exciting situations. They arranged for “unexpected” guest appearances by local celebrities such as theatrical agents and performers. Equivalent to today’s reality shows, the contests combined professional and amateur entertainment, simultaneously creating real life and theatricalized drama. Contestants and spectators alike bought into the staged excitement and competition. Spectators could cheer, make wagers and root for their favorite team, even interacting with the dancers, chatting with them and throwing money. Contestants were enticed by the potential for fame and fortune, from prizes of several thousand dollars to performing contracts, and were fueled by the audiences’ support and applause. Like professional wrestling, the contests were fixed, but both sides bought into the simulated reality of it and participated heartily, provoking each other and egging each other on. The newest episodic entertainment, spectators would return day after day to follow their heroes and see more drama unfold. Many contestants, considering themselves theater professionals based on their marathon experience, traveled the country competing in one marathon after another. Especially during the Depression, marathons offered work, shelter, food, and potential for extra money and more. Contestants hoped to have careers in films, and though many took roles as extras, only the few who were veteran performers before entering, like June Havoc and Red Skelton, found real fame and entertainment careers after their marathon days. During the Depression, marathons reflected the status of America at the time. A heavily staged form of forced labor, marathons relied on the amount of time spectators and contestants, out of work victims of the Depression, had on their hands. Promoters found new ways of forcing the marathons to continue for months, enlisting entertainers and staging dramatic situations. They established ways of adding tension and excitement to the dreary competition, including races and complicated tests of endurance for the contestants; elimination contests that likened the marathons to the horrors of spectator sports in the Roman Coliseum. The chance at fame and fortune was there, but at the cost of humiliation at least, and at most, mental and physical health problems or even death. By the depressed 1930s, marathons took on new meanings: the pain and misery of the contestants helped spectators feel better about their own situations, while the prize represented a hope of the American Dream for contestants, probably never to be realized. It was certainly a far cry from the fun, voluntary sport that it had been in the 1920s. The seamy side of the 1930's dance marathons was depicted in a 1935 novel by Horace McCoy entitled "They Shoot Horses, Don't They?". The novel was later made into an acclaimed 1969 film with the same title, and starred Jane Fonda, Michaeal Sarrazin, and Gig Young, (who won Best Supporting Actor), and directed by Sydney Pollack. Dance marathon participants went great lengths of endurance for rather small winnings considering the time spent. According to the Guinness Book of Records, the record for the longest dance marathon lasted 5,152 hours. It was held at the Merry Garden Ballroom in Chicago, Illinois, and the winning couple of Mike Ritof and Edith Boudreaux won $2,000 in a contest that ran from August 29, 1930, to April 1, 1931. It was reported that dance marathons were directly and indirectly responsible for numerous deaths, although no figures on the amount were reported. Nevertheless, in 1933 the Governor of New York signed a bill that limited dancing to 8 hours. A few states earlier had outright banned marathon dancing after the 1923 death of Homer Moorehouse, who collapsed after dancing for 87 straight hours nonstop.

The Dance Derby of the Century

On June 10, 1928, Milton Crandall, veteran promoter and publicist of theatrical events, staged a monumental contest at New York’s Madison Square Garden. He called this national, large-scale marathon “The Dance Derby of the Century,” making the event unique and setting the tone for marathons to follow. Exemplary of the changes dance marathons were adopting, the event challenged the attention, strength and endurance of both dancers and spectators. This “Derby” was the most famous and financially successful of the marathons, especially before the 1930s, and was the first to fully exploit the thin line between reality and theater. Creating a combined atmosphere of horse shows, ballrooms, and vaudeville, the event offered everything from exhibition dancers to variety performers to Shipwreck Kelly – the record-holder for flagpole sitting, to special “unexpected” guests such as Texas Guinan, Prohibition’s most infamous speakeasy owner. Crandall knew how to exploit tabloids and press to cover his show, scandalizing and dramatizing the event’s daily occurrences. The contest ran until 2pm on June 30, when the health commissioner (possibly another publicity stunt?) came in and closed it down after 20 days. The $5,000 prize money was split among the remaining eight couples, which amounted to only about $278 per dancer, essentially a wage of 58 cents an hour.

See also


- Penn State Dance Marathon
- Northwestern University Dance Marathon Category:Entertainment Category:Competitive dance Category:1920s fads

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